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27. März 2006, 19.30 Uhr
"Die Krise des Publikums"
Gespräch mit Elisabeth Schweeger (Intendantin schauspielfrankfurt) und Heiner Goebbels (Komponist, Professor am Institut für Angewandte Theaterstudien, Giessen/Frankfurt am Main), moderiert von Nikolaus Hirsch (Spaces of Production, European Kunsthalle), Kunsthaus Lempertz, Neumarkt 3, 50667 Köln
Das Theater ist aufs Engste mit der Entstehung einer bürgerlichen städtischen Öffentlichkeit verknüpft. Noch deutlicher als in der Typologien der bildenden Kunst ist das städtische Theater als künstlerische Form und als konkreter urbaner Ort an die Repräsentationsmodelle eines bürgerlichen Publikums gebunden gewesen. Die heute vielfach beklagte Krise des Theaters ist daher auch die Krise eines Publikums, das sich im Zuge der sozialen und ökonomischen Deregulierung des vergangenen Jahrzehnts verändert hat. Zur Debatte steht die Frage, wie das Theater und andere Kunstinstitutionen auf ein zunehmend heterogenes und ausdifferenziertes Publikum reagieren. Das "feste Haus" und die Stabilität seiner Strukturen rückt dabei fast zwangsläufig ins Zentrum der Diskussion: Ist das "feste Haus" ein Modell, das in Zeiten der ökonomischen und sozialen Deregulierung einen geschützten Raum bietet und damit ein notwendiges Gegenmodell darstellt? Oder muss das zukünftige Theater seine starren Strukturen auflösen und die Entwicklung flexibler Modelle vorantreiben, die letztlich auch den veränderten künstlerischen Strategien und Produktionen entsprechen?
Elisabeth Schweeger ist Intendantin am schauspielfrankfurt. Der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels arbeitet als Professor und Direktor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Universität Giessen.
Videomitschnitt der Veranstaltung zum Download
 v.l.n.r.: Nikolaus Hirsch, Elisabeth Schweeger, Heiner Goebbels
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