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29. März 2006, 19.30 Uhr

"Cultural Economies and Retrenchment"

Vortrag von Anthony Davies (Kulturtheoretiker, London), Kunsthochschule für Medien, Aula, Filzengraben 2, 50676 Köln

In der Folge der Traumata, die das neue Jahrhundert einläuteten (das Platzen der dot.com-Blase, 9/11, der "War on Terror", der Zusammenbruch von Enron und Worldcom), lässt sich eine Abkehr von den Interdependenzen beobachten, welche die New Economy der späten neunziger Jahre kennzeichnete. Angesichts der wieder erstarkten Zuversicht der Wirtschaft – zum Teil beflügelt vom rasanten wirtschaftlichen Wachstum in China und Indien – untersucht diese Präsentation einige der Grundtendenzen der Zeit von 2001 bis 2005. Sie wird sich insbesondere mit den vielen  Prozessen beschäftigen, in denen Kürzungen und Rückzug des Staates Grundannahmen einer vernetzten Gesellschaft unterminierten und ins Gegenteil verkehrten – eine introspektive, abgeschottete und reaktionäre Kultur. Im Falle Großbritanniens lässt sich dies an den vielen Entwicklungen aufzeigen, bei denen Privatisierungsmaßnahmen im kulturellen Sektor (etwa dem Fusionsrausch der Kooperationen und "Partnerchips") den Debatten um Kernkompetenzen und Vermarktungsstrategien Tür und Tor öffneten; angetrieben von einem allgemeinen Kaufrausch auf der Konsumentenseite, ist das Wiedererstarken des Kunstmarktes auch an Phänomenen wie den "Kursen für Kritiker" und einer allgemeinen "Rückkehr zum Grundsätzlichen" zu erkennen.

Der Autor Anthony Davies lebt in London. Er veröffentlichte Artikel über Kunst und Ökonomie in verschiedenen Zeitschriften, darunter Texte zur Kunst, Metropolis M, Art Monthly und Mute.


 

 

 

 

 

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