Im Auftrag von Nicolaus Schafhausen und Vanessa Joan Müller entwickelt "Spaces of Production" räumliche Strategien und Modelle für die European Kunsthalle. Das Projekt von Nikolaus Hirsch, Markus Miessen, Philipp Misselwitz und Matthias Görlich zeigt, wie sich zeitgenössische Institutionen in Europa traditionellen Kategorisierungen von Kulturinstitutionen bewusst entziehen bzw. diese gezielt weiterentwickeln, unterlaufen, neu besetzten oder neu kombinieren. Architektur und Urbanismus nehmen hierbei zwangsläufig eine kritische, aber zunehmend widersprüchliche Rolle ein: Einerseits werden Orte der Kunst zu strategischen Instrumenten von Stadtplanung und -Marketing, die ganze Regionen und Städte reaktivieren sollen („Bilbao-Effekt“) und delegieren eine dominante, ja autoritäre Rolle an die Architektur. Dagegen positionieren sich temporäre, in der Tradition des Situationismus stehende Strategien, die sich bestehende Territorien und räumliche Leerstellen in der Stadt aneignen, dabei jedoch Gefahr laufen, einer Festivalisierung unter den Prämissen der neoliberalen Deregulierung in die Falle zu gehen. Dieses Dilemma zwischen Stabilität und Instabilität ist Ausgangspunkt für eine Untersuchung über gegenwärtige räumliche Transformationstendenzen europäischer Kulturinstitutionen, sowie die Entwicklung räumlicher Modelle für die European Kunsthalle in Köln.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Publikation "Under Construction. Perspektiven institutionellen Handelns" der European Kunsthalle (Neuerscheinung im Verlag der Buchhandlung Walther König) vorgestellt.