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Olaf Nicolai
St. Kolumba oder: Considering a multiplicity of appearances in light of a particular aspect of relevance, 2007
St. Kolumba, Kolumbastraße 2–4, Mo–So 8:00–19:30 Uhr
Ein Hauptthema im vielschichtigen Werk von Olaf Nicolai (*1962) ist die Interdependenz von raumschaffenden und symbolischen Gesten. Die Eigendynamik solcher Setzungen unterstreicht seine Arbeit „St. Kolumba“: die Präsentation eines existierenden Raumes im Ausstellungskontext, eine Art räumliches Ready-Made.Nicolai bezeichnet diese Situation als „room snatching“ und bezieht sich dabei auf den Science-Fiction-Roman „The Body Snatchers“ von Jack Finney, in dem die Körper der Einwohner einer amerikanischen Kleinstadt von einer fremden Spezies besetzt und für ihre Reproduktion benutzt werden. Das Thema wird von Nicolai auf die künstlerische Praxis des Ready-Mades bezogen; eine Praxis, die mit der Präsentation vorgefundener Objekte im Kunstkontext zwar äußerlich eindeutige Zeichen benutzt, zugleich jedoch die Bedingungen ihrer Umcodierung artikuliert und so die Möglichkeiten jener multiplen Transitivität suggeriert. Dies setzt sich in einem begleitenden Künstlerbuch fort, das zur freien Mitnahme während der Ausstellungsdauer im Kapellenraum ausliegt. Dessen Buchseiten zeigen lediglich verschiedene Farbverläufe, die durch die Technik des Irisdruckes entstehen, bei dem sich die Farben während des Druckvorganges in der Maschine zufällig mischen. Auf diese Weise thematisiert Nicolai das komplexe Beziehungsgeflecht aus Bedürfnissen, Interessenlagen und Verhaltensweisen jenseits des offensichtlich Artikulierten und eröffnet so für die European Kunsthalle einen sich von den Gegebenheiten des Realen emanzipierenden Möglichkeitsraum mentaler Szenarien.

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