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European Kunsthalle c/o Ebertplatz
Die Wechselwirkungen zwischen künstlerischem Programm und räumlicher Struktur sind zentrale Überlegungen für eine Institution zeitgenössischer Kunst. Viel diskutiert während der Gründungsphase der European Kunsthalle, sind sie zentral für das Projekt „European Kunsthalle c/o Ebertplatz“.
International renommierte Künstler/innen waren eingeladen, räumliche Strukturen zu entwerfen, die nutzbar sind für Ausstellungen, Kunstpräsentationen und kunstbezogene Veranstaltungen und den Raum einer temporären Kunsthalle definieren. Diese Vorgabe und der Ebertplatz als zentral gelegener Kölner Platz waren Ausgangspunkt höchst spannender und sehr unterschiedlicher künstlerischer Gestaltungen: Sie reichen von Markierungen eines Raumes hin zu soliden architektonischen Strukturen, die ihre Temporalität gleichwohl mitdenken.
Der Entwurf von Dorit Margreiter begreift den Ebertplatz selbst als bereits vorhandenen Ausstellungsraum. Er sieht den gesamten Platz als gegebene Einheit, in den sich die von der Künstlerin entworfenen Elemente eingliedern und ihn zugleich neu definieren und ergänzende Möglichkeiten der Nutzung und Wahrnehmung vorschlagen – für Kunstinteressierte ebenso wie für Passanten. Dorit Margreiter geht damit auf die gegebene städtebauliche Gestaltung des Platzes ein und antwortet zugleich auf dessen Charakteristikum als Hauptverkehrsknotenpunkt und transitorischer sozialer Raum mit einer offenen, modularen Raumorganisation.
Dieses Konzept einer Kunsthalle besitzt keine hochgezogenen Außenwände, vielmehr finden sich die Passanten beim Überqueren des Platzes inmitten wechselnder Ausstellungen. Die einzelnen Elemente – überdachter Pavillon, Vitrine, Sitzgelegenheit, Projektionsfläche etc. – markieren einen Raum, sie behaupten sich als Skulptur und Eckpunkte einer Kunsthalle im öffentlichen Raum und unterstreichen gleichzeitig das temporäre Moment, mit der European Kunsthalle zu Gast auf dem Ebertplatz zu sein.
„European Kunsthalle c/o Ebertplatz“ sucht die Auseinandersetzung mit dem städtischen Raum. Die von Dorit Margreiter vorgeschlagene Gestaltung spiegelt diesen Anspruch wider und lädt dazu ein, auch das Format „Ausstellung“ auf unterschiedlichen Ebenen zu denken. Die modularen Elemente erlauben eine Vielzahl an Präsentationsformen, die auf den Übergang von Innen- und Außenraum eingehen und den Raum nicht nur physisch, sondern ebenso als einen Wahrnehmungs- und Handlungsraum gesellschaftlicher Austauschprozesse begreifen, in dem durch Kunst Öffentlichkeit entsteht.
In diesem Sinne zielt das Projekt auf wesentliche Merkmale, die die Arbeit einer zeitgenössischen Kunsthalle charakterisieren: Es ist offen für unterschiedliche künstlerische Formen, innovativ, experimentell, flexibel in der Raumgestaltung, schafft Zugänglichkeit und ermöglicht den kommunikativen Austausch zwischen Kunst und Publikum.
 (c) Dorit Margreiter
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