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Die EUROPÄISCHE Kunsthalle sucht einen Gründungsdirektor

 

Nicht erst seit dem Abriss des Josef-Haubrich-Forums mit dem Gebäude der ehemaligen Kunsthalle im Jahr 2002 ist die Stadt Köln ohne Kunsthalle. Schon mehr als 20 Jahre war die Kunsthalle Köln als originäre Institution zeitgenössischer Kunst nicht mehr aktiv – sicherlich ein Grund für den Niedergang der ehemals so wichtigen Kunstmetropole.

Nun soll Köln endlich wieder eine Kunsthalle bekommen. Der Verein Das Loch e.V., der sich nach dem Abriss der alten Kunsthalle als kritische Instanz kultureller Produzenten gegründet hat (im Vorstand u.a.: Rosemarie Trockel, Udo Kier, Kasper König, Marcel Odenbach), ergreift die Initiative und schreibt die Stelle eines Gründungsdirektors für eine EUROPÄISCHE KUNSTHALLE KÖLN aus.

Der Verein versteht das Projekt EUROPÄISCHE KUNSTHALLE KÖLN als Modellversuch der (Selbst)Konstitution eines Instituts der zeitgenössischen Kunst. Es gibt weder einen städtischen Auftrag noch ein konkretes Gebäude. Also wird es darum gehen, experimentelle Formen einer Kunsthalle zu entwickeln, die ihren Ort und ihre Strukturen im Gewebe der Stadt selbst (er)findet. Der Name EUROPÄISCHE KUNSTHALLE KÖLN ist programmatisch und verweist auf den erweiterten strukturellen Kontext, in dem sich die neue Kunsthalle konstituieren soll.

Zur Findung des Gründungsdirektors und Begleitung des Modellversuchs hat der Verein einen internationalen Gründungsrat berufen, dem Ulrike Groos (Kunsthalle Düsseldorf), Lioba Reddeker (basis wien), Kathrin Rhomberg (Kölnischer Kunstverein), Hans Ulrich Obrist (Musée d’Art Moderne, Paris), José Lebrero Stals (CAAC, Sevilla), Yilmaz Dziewior (Kunstverein Hamburg) und  Daniel Birnbaum (Städelschule und Portikus Frankfurt) sowie zwei Vorstandsmitglieder des Vereins Das Loch e.V. angehören.

Die Finanzierung des Projekts wird durch die Mittel des Vereins und eine große Benefizauktion am 02.10.04 garantiert. Das finanzielle Engagement des Vereins ist vorerst auf ein Jahr begrenzt. Die Sicherung weiterer Mittel zur Fortführung des Modells ist bereits Sache des Gründungsdirektors.


Der Gründungsdirektor soll…

… zeitgemäße und nachhaltige Formen der Selbstkonstitution und Gründung einer EUROPÄISCHEN KUNSTHALLE KÖLN als Ort und als Projekt zeitgenössischer Kunst erkunden und als Handlungsmodell im kooperativen Diskurs mit dem Gründungsrat und dem Verein umsetzen und im kulturellen Gewebe der Stadt etablieren.

…in der Bildung von strukturellen, ökonomischen und politischen Allianzen sowohl auf lokaler wie europäischer und internationaler Ebene kenntnisreich, erfinderisch und anschlussfähig sein und die Maßstäbe der Projektierung an den veränderten gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen orientieren und diese sachdienlich herauszufordern wissen.

…die Bedingungen und Praktiken des Kuratierens und Ausstellens zeitgenössischer Kunst in der Reflexion ihrer Geschichte und ihrer Positionen zu betreiben, zu erforschen und weiter zu entwickeln wissen.

…die Kunsthalle mit anderen kulturellen Feldern projektorientiert verknüpfen und für die lokalen Lebens- und Produktionsbedingungen von Künstlern attraktiv und zuträglich sein.

…experimentelle Formen der Arbeit in divergierenden, auch medialen Öffentlichkeiten für die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst und ihren Fragestellungen entwickeln und erschließen.

… an den Diskursen über die Transformationen des öffentlichen Raums und des städtischen Lebens, der sozialen Bindungen und des politischen Handelns als Teil der Voraussetzungen, Praktiken und Projekte einer EUROPÄISCHEN KUNSTHALLE KÖLN mitwirken.

....die kulturellen Bedingungen und Möglichkeiten anderer städtischer Situationen in Europa kennen und diese produktiv für die Entwicklung einer eigenständigen Variante der EUROPÄISCHEN KUNSTHALLE KÖLN einsetzen.