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"Perspektiven für Köln" Vortrag von Nicolaus Schafhausen im Kinosaal des Museum Ludwig am 29.06.2005
Die EUROPEAN KUNSTHALLE KOELN ist gegenwärtig eines der ungewöhnlichsten Projekte im Kontext zeitgenössischer Kunst. Mit einer erfolgreichen Auktion Ende 2004, der Konstitution eines europäisch besetzten Gründungsrats und der Berufung von Nicolaus Schafhausen zum Gründungsdirektor hat sich die EUROPEAN KUNSTHALLE KOELN bereits nachhaltig in der kulturellen Wahrnehmung im In- und Ausland verankert. Initiator des Projekts ist der in Köln ansässige Verein „Das Loch“, in dem sich 2003 entlang der Phänomene und kulturpolitischen Umstände um den Abriß der alten Kunsthalle Köln Persönlichkeiten und Akteure der Kunst- und Kulturszene versammelt haben, um einen zeitgenössischen und in die Zukunft gerichteten Diskurs über den urbanen Raum und eine Kultur des Öffentlichen in Köln anzustoßen.
Die privat initiierte Ausrufung der EUROPEAN KUNSTHALLE KOELN bricht mit den Spielregeln kommunaler Politik. Sie formuliert und erprobt augenblicklich andere Denk- und Handlungsmodelle des Politischen, der Partizipation und der gesellschaftlichen Verantwortung. Die resultierende Ausgangslage des Gründungsdirektors ist so paradox wie einmalig: Weder politisch autorisiert noch an einen konkreten Ort gebunden, bietet sich ihm die seltene Gelegenheit der Erfindung. Nicolaus Schafhausen hat Carte Blanche. Seine zentrale Aufgabe wird es sein, zukunftsweisende und nachhaltige Perspektiven und Strukturen für eine Kunsthalle als Plattform zeitgenössischer Kunst zu entwickeln und zu erproben. Hier sind die veränderten Bedingungen politischen Handelns, ökonomischer und urbaner Strukturen wie der kulturellen Produktion ebenso wahrzunehmen, wie die Möglichkeiten eines erweiterten europäischen Kontexts für die Konstitution, Vernetzung und Absicherung der Kunsthalle zu entdecken und zu nutzen sind.
Der Name des Modellversuchs EUROPEAN KUNSTHALLE KOELN ist insofern programmatisch, als er Europa selbst als ein offenes Projekt der Partizipation und Gestaltung postuliert. Indem sie ihre Praktiken der Selbstkonstitution, Produktion und Vermittlung einer stadtgesellschaftlichen Institution im europäischen Raum verhandelt, agiert die EUROPEAN KUNSTHALLE KOELN als Koproduzent im Projekt Europa. „Es wird darum gehen, eine solch wichtige Neugründung nicht aus dem bestehenden Mangel heraus zu entwickeln, sondern aus einer breit angelegten Vision, wo die Potentiale von Kultur in gesellschaftlicher Zukunft liegen können. Nicht die standortspezifische Adaption des Modells „Kunsthalle" soll im Zentrum der Überlegungen stehen, sondern die Entwicklung eines Modells, das über den Kernbereich Kunst hinausgehende Perspektiven für eine urbane Stadtgesellschaft eröffnet." (Schafhausen)
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