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Spaces of Production
Nikolaus Hirsch, Philipp Misselwitz, Markus Miessen, Matthias Görlich
„Spaces of Production“ ist eine Studie zur architektonischen Konzeptualisierung und praktischen Anwendung einer räumlichen Strategie für die European Kunsthalle. Sie ist nicht das Ergebnis rein theoretisch-konzeptueller Überlegungen, sondern das Resultat einer in die Aktivitäten der zweijährigen Gründungsphase der European Kunsthalle von 2005 bis 2007 eingebundenen Arbeitspraxis. Die räumliche Strategie für die European Kunsthalle ist somit das Ergebnis einer „angewandten Forschung“ – eines iterativen, durch Rückkopplungen zwischen Theorie und Praxis geprägten Ansatzes.
Die physisch-räumliche Konfiguration der European Kunsthalle – einer Institution bislang ohne öffentliche Fassade und eigenen Ausstellungsraum – ist sowohl Einschränkung als auch Chance. Im Vergleich mit zeitgenössischen institutionellen Praktiken in Europa erweist sich die Kombination von Produktionsbüro und instabiler, temporärer Aneignung von Räumen für die programmatische Arbeit als ein Modell, das ein Feld von Möglichkeiten eröffnet, um das etablierte „stabile“ Modell der Kunsthalle neu zu denken. Die Untersuchung des Begriffspaars „Stabilität“ und „Instabilität“, ihrer gegenseitigen Vor- und Nachteile in Bezug auf die Frage der Kunstinstitution, bildet die konzeptuelle Klammer der Studie.
Beide Ansätze haben ihre inhärenten Möglichkeiten. Hoch kontrollierte Environments –abgeschlossene und neutrale Innenräume in einem stabilen architektonischen Gehäuse – garantieren die Autonomie der programmatischen und sozialen Struktur der Institution. Jede Nutzungsänderung steht daher in direkter Abhängigkeit zu den inhärenten Möglichkeiten architektonischer Elemente wie Wand, Boden und Decke. Instabile Institutionen hingegen versprechen die Verschmelzung mit dem urbanen Alltag der Umgebung. Sie sind definiert durch flexible, dynamische Grenzen. Im Gegensatz zu den architektonischen Strategien stabiler Institutionen besteht die „Materialstrategie“ hier aus unterschiedlichen Rhythmen von visueller Protektion und Exposition, Schnelligkeit und Langsamkeit, Lärm und Stille.
Der von „Spaces of Production“ entwickelte Ansatz versucht, „Stabilität“ und „Instabilität“ konstruktiv zusammen zu denken und damit eine Strategie für die European Kunsthalle vorzuschlagen, welche die Kunsthalle kommunal, regional, national und international im zeitgenössischen Diskurs positioniert. Angewandt auf die spezifische Situation in Köln entwickelten Nikolaus Hirsch, Philipp Misselwitz, Markus Miessen und Matthias Göhrlich drei verschiedene räumliche Strategien: eine instabile Konfiguration, eine stabile Strategie und ein Modell, das die Potentiale der beiden Varianten in einer wachsenden Institution zusammenführt.
Die vollständige Studie finden Sie hier.
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